Liebe Website Besucher *innen,

wir können keine Musik machen, nicht live, nicht dreidimensional, nicht in einer gemeinsamen Raumatmosphäre, einander nicht spüren und Sie, unser Publikum, können uns nicht zuhören, nicht „zufühlen“… nicht mitfühlen.

Welch denkwürdige Zeiten sind das! Traurig. Einsam. Für Künstler*innen, die plötzlich kein Publikum mehr haben und Publikum, das keine Konzerte mehr besuchen kann. Für diejenigen, deren Leben plötzlich zum Stehen kommt und die, die in Arbeit ertrinken und unsere Gesellschaft am Laufen halten.

Für mich persönlich fühlt es sich gerade so an, als hätte jemand auf Pause gedrückt. Das nehme ich sowohl als Geschenk wahr, als auch als große Verunsicherung. Die wunderbaren Konzerte der nächsten Wochen mussten abgesagt werden und so gehe ich in dieser Zeit jeden Tag mit einem großen Fragezeichen an die Geige… Irgendwo habe ich gelesen, dass das chinesische Schriftzeichen für Krise dasselbe sein soll, wie das für Chance…

Der Rhythmus meiner Arbeitsabläufe, meines Übens, Vorbereitens und Probens ist abgebrochen und findet sich neu. Alle Werke werden unter der „Zeitverschiebung“ langsamer, flexibler, tiefer… anders angeschaut.

Das erste Highlight des Frühlings, das Eröffnungskonzert des KlangRaum Steinfeld mit u.a. Mozarts Sinfonia Concertante musste ich (und konnte ich zum Glück!) auf genau ein halbes Jahr später verschieben auf den 18. Oktober 2020.

Es macht mir Mut, zu wissen, dass es eine Zeit „danach“ geben wird und freue mich auf die Termine, die mich jetzt schon aus der zweiten Jahreshälfte meines Kalenders anlächeln ;-) !

In der Hoffnung, dass wir uns in nicht allzu langer Zeit auch wieder persönlich anlächeln können,

Herzlichst,

Judith Stapf

PS: Über weitere Verschiebungen von Konzerten halte ich Sie selbstverständlich auf dem Laufenden!